Dr. jur. Alex Janzen

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Die Metho­den der Gewinn­ermitt­lung haben einen bedeu­ten­den Ein­fluss auf den zu besteu­ern­den Gewinn eines Unter­neh­mens.

Fol­gen­de Metho­den der Gewinn­ermitt­lung kön­nen unter­schie­den wer­den:

1. Betriebs­ver­mö­gens­ver­gleich nach § 4 Abs. 1 EStG;
2. Betriebs­ver­mö­gens­ver­gleich nach §§ 4 Abs. 1, 5 Abs. 1 EStG;
3. Ein­nah­men-Über­schuss-Rech­nung nach § 4 Abs. 3 EStG.


Auf wei­te­re eher “exo­ti­sche” Metho­den der Gewinn­ermitt­lung – wie z. B. die sog. Ton­nage­be­steue­rung nach § 5a EStG – gehe ich nicht ein.

1. Betriebs­ver­mö­gens­ver­gleich nach § 4 Abs. 1 EStG

Die Gewinn­ermitt­lung mit­tels Betriebs­ver­mö­gens­ver­gleich nach § 4 Abs. 1 EStG kann für Zwe­cke der Steu­er­op­ti­mie­rung für Selb­stän­di­ge / Unter­neh­men inter­es­sant sein, die nicht ver­pflich­tet sind, Bücher zu füh­ren oder Abschlüs­se zu machen, dies jedoch frei­wil­lig tun. Zu erwäh­nen sind hier vor allem Frei­be­ruf­ler, wie Ärz­te, Rechts­an­wäl­te, Inge­nieu­re, Archi­tek­ten etc.

Vor allem fol­gen­de Mög­lich­kei­ten, die sich steu­er­min­dernd aus­wir­ken, kön­nen für den Betriebs­ver­mö­gens­ver­gleich nach § 4 Abs. 1 EStG spre­chen:

- Bil­dung von Rück­stel­lun­gen;
- Bil­dung von Rück­la­gen;

- Bil­dung von Rech­nungs­ab­gren­zugs­pos­ten;
- Vor­na­me von Teil­wert­ab­schrei­bun­gen;
- Höhe­re Gren­zen für Inves­ti­ti­ons­ab­zugs­be­trä­ge nach § 7g EStG
etc.

Bei dem Betriebs­ver­mö­gens­ver­gleich nach § 4 Abs. 1 EStG kann nach­tei­lig sein, dass For­de­run­gen bilan­ziert wer­den müs­sen und sich damit gewinn­er­hö­hend aus­wir­ken, wenn sie wirt­schaft­lich ent­stan­den sind – unab­hän­gig vom tat­säch­li­chen Zufluss der For­de­rung.

2. Betriebs­ver­mö­gens­ver­gleich nach §§ 4 Abs. 1, 5 Abs. 1 EStG

Der Betriebs­ver­mö­gens­ver­gleich nach §§ 4 Abs. 1, 5 Abs. 1 EStG ist von Steu­er­pflich­ti­gen zwin­gend anzu­wen­den, die nach Han­dels­recht ver­pflich­tet sind, Bücher zu füh­ren oder Abschlüs­se zu machen (§ 238 Abs. 1 HGB).

Neben den bereits auf­ge­zeig­ten Vor- und Nach­tei­len (Ziff. 1 oben) ist bei dem Betriebs­ver­mö­gens­ver­gleich nach §§ 4 Abs. 1, 5 Abs. 1 EStG das sog. Maß­geb­lich­keits­prin­zip nach § 5 Abs. 1 Satz 1 EStG zu beach­ten: die han­dels­recht­li­chen Grund­sät­ze ord­nungs­ge­mä­ßer Buch­füh­rung (GoB) sind auch im Steu­er­recht zu beach­ten, sofern das Steu­er­recht kei­ne abwei­chen­den Rege­lun­gen trifft.

Eine kon­se­quen­te Umset­zung der GoB, ins­be­son­de­re das han­dels­recht­li­che Gebot vor­sich­ti­ger Bewer­tung (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB), kann sich gewinn- und steu­er­min­dernd aus­wir­ken.

3. Ein­nah­men-Über­schuss-Rech­nung nach § 4 Abs. 3 EStG

Sofern Steu­er­pflich­ti­ge nicht ver­pflich­tet sind, Bücher zu füh­ren und Abschlüs­se zu machen und dies auch nicht frei­wil­lig tun, kön­nen sie den Gewinn mit­tels Ein­nah­men-Über­schuss-Rech­nung nach § 4 Abs. 3 EStG ermit­teln.

Für Ein­nah­men-Über­schuss-Rech­nung spre­chen ins­be­son­de­re fol­gen­de Vor­tei­le, die sich gewinn- und steu­er­min­dernd aus­wir­ken kön­nen:

- Zufluss­prin­zip (§ 11 EStG): Gewinn wir­ken sich erst aus, wenn sie zuge­flos­sen sind;
- Inven­tur, Bilanz­auf­stel­lung, Kas­sen­füh­rung etc. ist nicht not­wen­dig;


Den Vor­tei­len ste­hen unter ande­rem fol­gen­de Nach­tei­le gegen­über:

- Bil­dung von Rück­stel­lun­gen, Rück­la­gen, Rech­nungs­ab­gren­zungs­pos­ten ist nicht mög­lich;
- Vor­nah­me von Teil­wert­ab­schrei­bun­gen ist unzu­läs­sig;
- Gewinn­gren­zen für die Vor­nah­me des Inves­ti­ti­ons­ab­zugs­be­tra­ges nach § 7g EStG sind nied­rig etc.


Sie wis­sen nicht, wel­che Metho­de der Gewinn­ermitt­lung in Ihrem Unter­neh­men steu­er­lich zuläs­sig ist und am meis­ten der Steu­er­op­ti­mie­rung dient? Kon­tak­tie­ren Sie mich, ich kann Sie bera­ten.